Ein vielseitiger, leichter Tourenski für lange Tage am Berg
VORTEILE
- Leicht
- Vielseitig
- Stabil
- Verspielt
- Vertrauenswürdig
- Angenehm
NACHTEILE
- Wabbelig auf der Piste
- Schwierig bei Harsch
- Wenig aggressiv
- Preis
- Älter
- Bei hoher Geschwindigkeit nicht sehr laufruhig
BEWERTUNG

Ich bin viel auf Skitour unterwegs und suche bei einem Tourenski vor allem eines: ein verlässliches Gesamtpaket für lange Tage draußen. Der DPS Nina 99 Tour1 begleitet mich genau bei solchen Touren – nicht als reiner Spezialist, sondern als Ski, der in vielen Situationen funktioniert. Ich nutze ihn für klassische Tagestouren, längere Anstiege mit über 1.000 Höhenmetern, aber auch für Touren, bei denen die Abfahrt mindestens genauso wichtig ist wie der Weg nach oben.
Was mir beim Nina 99 von Anfang an gefallen hat, ist sein ausgewogenes Gefühl. Beim Gehen fällt er nicht negativ auf. Er ist leicht genug, um auch bei längeren Anstiegen nicht zu ermüden, ohne sich dabei fragil anzufühlen. Gerade auf langen Zustiegen oder flacheren Passagen merke ich, dass ich entspannt gehen kann und nicht ständig das Gefühl habe, gegen das Material zu arbeiten. Für mich ist das ein großer Pluspunkt, weil genau dort oft die Energie verloren geht.
In unterschiedlichen Schneeverhältnissen zeigt der Ski seine Stärke. Ich bin ihn bei frischem Pulver gefahren, in zerfahrenem Gelände, bei Bruchharsch und auch im Frühjahrsfirn. Natürlich fährt sich kein Ski überall perfekt, aber der Nina 99 bleibt dabei angenehm berechenbar. Er fühlt sich nicht nervös an und verlangt nicht permanent volle Konzentration. Gerade an langen Tagen schätze ich das sehr – man kann sauber fahren, aber auch mal etwas lockerer unterwegs sein, ohne dass der Ski gleich „zickig“ wird.
In der Abfahrt ist der Ski für mich eher verspielt als aggressiv. Er lässt sich leicht drehen und reagiert gut auf kleine Impulse. Das macht ihn besonders angenehm im Gelände, wenn man Linien spontan anpassen muss oder der Schnee nicht ganz so ist, wie man es sich wünschen würde. Gleichzeitig bleibt er ruhig genug, dass man auch bei etwas höherem Tempo nicht das Gefühl hat, ständig korrigieren zu müssen.
Auf hartem oder sehr eisigem Untergrund merkt man allerdings, dass der Nina 99 kein reiner Hartschnee-Spezialist ist. Der Kantengriff ist solide, aber nicht überragend. In solchen Bedingungen wünsche ich mir manchmal etwas mehr Biss. Das ist kein Dealbreaker, aber etwas, das man wissen sollte. Für klassische Skitourenbedingungen ist das völlig in Ordnung, für extreme Eisplatten gibt es passendere Ski.
Was ich ebenfalls schätze, ist die Fehlerverzeihung. Gerade bei Müdigkeit oder schlechten Sichtverhältnissen bleibt der Ski gut kontrollierbar. Er verzeiht kleine Ungenauigkeiten und fühlt sich dabei nie gefährlich an. Für mich ist das ein Zeichen von einem gut abgestimmten Tourenski, der nicht nur für perfekte Tage gemacht ist, sondern für die Realität draußen.
Im Vergleich zu neueren Tourenski-Modellen merkt man, dass sich der Markt weiterentwickelt hat. Es gibt mittlerweile noch leichtere Ski, noch direktere oder aggressivere Konzepte. Der Nina 99 setzt dagegen eher auf Balance. Er ist nicht extrem, sondern vielseitig. Für mich ist das genau richtig, weil ich keinen Ski will, der nur in einer Situation glänzt, sondern einen, der mich durch den ganzen Tag trägt.
Auch nach mehreren Touren habe ich nicht das Gefühl, dass der Ski anstrengend wird. Er bleibt angenehm zu fahren und gibt mir Vertrauen. Gerade auf langen Abfahrten, wenn die Beine schon müde sind, zeigt sich, wie wertvoll dieses ruhige Fahrverhalten ist. Ich muss nicht kämpfen, sondern kann die Abfahrt genießen.
Natürlich hat auch dieser Ski Grenzen. Für sehr aggressive Fahrerinnen oder für Leute, die hauptsächlich schnelle, harte Abfahrten suchen, ist er vielleicht zu brav. Wer ausschließlich auf Gewicht schaut, findet vielleicht auch leichtere Alternativen. Aber für mich liegt die Stärke des Nina 99 genau in seinem Charakter.
Zusammengefasst ist der DPS Nina 99 Tour1 für mich ein Ski, der das widerspiegelt, was Skitouren für mich ausmachen: draußen sein, lange unterwegs sein, mit wechselnden Bedingungen umgehen und am Ende des Tages noch genug Reserven haben, um die Abfahrt zu genießen.
Fazit:
Ein vielseitiger, ausgewogener Tourenski, der vor allem auf langen Tagen und bei gemischten Bedingungen überzeugt. Kein Extrem-Ski, sondern ein verlässlicher Begleiter für alle, die entspannt, sicher und mit Spaß auf Tour gehen wollen.